Unter dem ungewöhnlichen Motto „Wir sind Blumen!“ feierten die Schülerinnen und Schüler der fünften Klassen einen gemeinsamen Gottesdienst. Im Mittelpunkt stand dabei die Frage, wie aus kleinen Fehlern manchmal etwas Schönes entstehen kann und wie wichtig es ist, freundlich und verständnisvoll miteinander umzugehen.
In seiner Predigt erzählte der Schulseelsorger von einem Erlebnis während einer Italienreise. Nach einer Bestellung in einem Café wollte er dem Kellner erklären, dass die Gruppe draußen sitzen und ihren Kaffee trinken möchte. Auf Italienisch wollte er deshalb sagen: „Siamo fuori!“ – „Wir sind draußen!“ Doch versehentlich sagte er: „Siamo fiori!“ – und das bedeutet: „Wir sind Blumen!“
Die Italiener brachen in schallendes Gelächter aus. Zunächst war dem Geistlichen sein Versprecher ziemlich peinlich. Doch schnell wurde daraus eine fröhliche Begegnung. Noch Tage später riefen einige Italiener, die damals dabei gewesen waren: „Da kommen ja wieder die Blumen!“ Und alle mussten erneut herzlich lachen.
Aus einem peinlichen Fehler war etwas geworden, das Menschen miteinander verband und ihnen Freude schenkte.
Diese Erfahrung übertrug der Schulseelsorger auf das Zusammenleben der Schülerinnen und Schüler: Auch in der Schule macht jeder einmal Fehler. Manchmal sagt man etwas Falsches, versteht etwas nicht oder stellt sich ungeschickt an. Entscheidend ist dann, wie die anderen damit umgehen. Wer jemanden wegen eines Fehlers auslacht, kann ihn verletzen. Wer aber freundlich reagiert, hilft und auch einmal gemeinsam mit anderen über ein Missgeschick lachen kann, schafft Gemeinschaft.
„Wir sind Blumen“ – dieses Motto bekam so eine besondere Bedeutung: Wie Blumen unterschiedlich aussehen und doch gemeinsam eine bunte Wiese bilden, so ist auch jeder Mensch einzigartig und wertvoll. Und wie Blumen anderen Freude machen, können auch Menschen durch Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Humor das Leben ihrer Mitmenschen schöner machen.
Der Gottesdienst machte den Kindern Mut, zu ihren Fehlern zu stehen, einander anzunehmen und gemeinsam zu wachsen. Denn manchmal kann gerade aus einem Missgeschick etwas entstehen, das lange in guter Erinnerung bleibt.
Fotos: Volker Lünnemann



