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„Ich habe bis zum Schluss gehofft, dass es doch noch ein Happyend gibt!“ „Das Ende kam so plötzlich und war so ergreifend, ich musste wirklich ein bisschen weinen!“
So klangen einige Schülerstimmen, die am Ende des Theaterstückes zum Thema „Cybermobbing“ für die Klassen 7 und 8 im Rahmen der Präventionsarbeit der Fürstenberg-Realschule geäußert wurden.

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Was früher hänseln hieß, stellt heute als Cybermobbing ein großes Problem für viele Schüler dar. Über das Internet werden Beleidigungen verschickt, andere bloß gestellt oder sogar bedroht – häufig über einen langen Zeitraum. Dieser Problematik widmete sich das Theater „bühnengold“ mit der Inszenierung „Klick & Kill - Generation www“. Zielgruppe dieser Aufführung waren die Jahrgangsstufen 7 und 8 der Fürstenberg-Realschule, die die Aufführung des Theaterstückes in der Schulaula verfolgten. Ziel der Veranstaltung war es, die Schülerinnen und Schüler für die Problematik und auch den eigenen Umgang mit den Sozialen Netzwerken zu sensibilisieren.

In dem Theaterstück geht es um Sarah und Marco, die ein Paar sind. Ihr Beziehungsstatus in der Internet-Community: „Voll verknallt“. Doch plötzlich tauchen Fotos von Sarah im Internet auf, die sie in aufreizender Pose zeigen. Sarah glaubt, dass Marco diese Fotos verbreitet hat. Aus Rache verbreitet sie nun ebenfalls Gerüchte über Marco über das Internet. Sarah erhält Unterstützung durch Mitschüler, die sich auf ihre Seite stellen: Es gibt Marco-Hass-Gruppen, Drohungen werden ausgestoßen. Marco weiß schließlich keinen Ausweg mehr…

Die Absicht, die Schüler auf diese Weise auf eine zu ihrer Lebenswirklichkeit gehörende Problematik aufmerksam zu machen, gelang: Aufmerksam verfolgten sie die etwa 60 Minuten dauernde Aufführung. „Super hat mir gefallen, dass die Schauspieler so gesprochen haben, wie wir das auch tun – das hat man denen echt abgenommen!“, so der Tenor der Zuschauer. Während des Stückes wurden die Zuschauer mehrfach zum Mitmachen aufgefordert, so z.B. in der Szene, in der Sarah möglichst viele Freunde mobilisierte für die „Hass-Gruppe gegen Marco“. Hierzu verteilte die Schauspielerin Papierabschnitte im Publikum, die bedruckt waren mit Worten wie „Looser“ oder „Bettnässer“. Im Nachgang stellten wir alle mit Erschrecken fest, wie schnell sich auf der einen Seite fiese Nachrichten verbreiten lassen und auf der anderen Seite, wie viele aus dem Publikum sich tatsächlich zum Mitmachen hinreißen ließen wider besseren Wissens.

An das Theaterstück schloss sich ein ausführliches Nachgespräch mit den Schauspielern sowie den begleitenden Lehrern an, um den Schülerinnen und Schülern Gelegenheit zu geben, die Thematik des zuvor Gesehenen zu diskutieren und damit aufzuarbeiten. „Wer von euch ist selbst schon einmal Opfer von Mobbing gewesen, ist es vielleicht immer noch oder kennt jemanden, der gemobbt wird?“, so eröffneten die Schauspieler das Nachgespräch. Auch die Beratungslehrerinnen der Schule gaben den Schülerinnen und Schülern Tipps mit auf den Weg, was sie tun können, wenn sie Opfer von Mobbing werden.
Klassenintern wurde im Nachgang noch Vieles zur Problematik resümiert, hinterfragt und besprochen.

Text/Fotos: Tanja Brügge-Feldhacke

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